Goyo Hashiguchi - 1880-1921

Goyo Hashiguchi hat während seines Lebens nur 14 Farbholzschnitte geschaffen - den ersten mit 35 Jahren und den letzten kurz vor seinem Tod mit 41 Jahren. Diese Grafiken gehören zum Feinsten und Teuersten, das sich ein Sammler japanischer Farbholzschnitte des 20. Jahrhunderts kaufen kann. Die 14 Grafiken haben Goyo unsterblich gemacht. Wenn Hashiguchi nicht von so gebrechlicher Gesundheit gewesen wäre, wäre er wohl der führende japanische Künstler des 20. Jahrhunderts geworden.

Ein Wunderkind

Hashiguchi wurde als Sohn eines Samurai in Kagoshima unter dem Namen Hashiguchi Kiyoshi geboren. Sein Vater unterrichtete ihn in traditioneller Kano Malerei als er erst 10 Jahre alt war. Später ging er nach Tokyo, nannte sich Goyo und studierte westliche Ölmalerei an der Tokyo Schule der Feinen Künste, die er im Jahr 1905 als Klassenbester abschloss.

Der Ukiyo-e Poster Wettbewerb

Sein erster Auftrag waren Illustrationen für ein Buch mit dem Titel Ich bin eine Katze. Im Jahr 1907 gewann Hashiguchi den ersten Preis in einem Wettbewerb für ein Ukiyo-e Poster. Das brachte ihm einiges an öffentlicher Anerkennung ein und man würde erwarten, dass sich der Künstler jetzt auf neue Hashiguchi Grafiken stürzen würde. Weit gefehlt ! Goyo fing jetzt an Ukiyo-e von Büchern, Originalen und Reproduktionen zu studieren. Er war vor allem an den grossen klassischen Ukiyo-e Meistern interessiert und schrieb mehrere Artikel über Utamaro, Hiroshige und Harunobu auf wissenschaftlichem Niveau.

Goyo Hashiguchi schuf seinen ersten Farbholzschnitt im Jahr 1915. Er wurde dazu mehr oder weniger überredet - von dem Shin Hanga Verleger Watanabe Shozaburo. Zu der Zeit war er bereits 35 Jahre alt und mit Ausnahme des Ukiyo-e Poster, den Buch Illustrationen und etlichen Zeichnungen hatte er mehr als Wissenschaftler als als Künstler gearbeitet. Die Tragödie war seine schlechte Gesundheit. Er litt an der Beriberi Krankheit und etlichen daraus resultierenden Komplikationen.

Der erste Farbholzschnitt von Goyo Hashiguchi mit dem Titel Frau im Bad oder Yuami war ein perfektes Meisterstück. Watanabe war begeistert und wollte die Zusammenarbeit mit Hashiguchi fortsetzen. Aber Hashiguchi hatte keine Lust. Vermutlich fühlte er sich in seiner künstlerischen Freiheit durch den erfolgreichen aber sehr geschäftsmässigen Watanabe zu sehr eingeengt.

Dreizehn selbst verlegte Farbholzschnitte

Das Projekt mit Watanabe hatte wenigstens das Interesse von Goyo entfacht ein ernsthafter Holzschnittkünstler zu werden. Er benötigte aber nochmals 3 Jahre um die ersten selbst verlegten Farbholzschnitte zu schaffen. In dieser Vorbereitungszeit hatte er ein Projekt für Ukiyo-e Reproduktionen überwacht.

Von 1918 bis zu seinem Tod schuf er 13 Grafiken - 4 Landschaften, eine Naturdarstellung mit Enten und 18 elegante, sensible Darstellungen von Frauen.

Tod mit 41 Jahren

Gegen Ende des Jahres 1920 eskalierten Hashiguchis Gesundheitsprobleme zu einer Meningitis. Er überwachte die Produktion seines letzten Farbholzschnitts mit dem Titel Heisse Quellen Hotel praktisch von seinem Sterbebett im Krankenhaus ohne ihn persönlich vollenden zu können. Er starb im Februar 1921.

Goyo hatte etliche Skizzen und Zeichnungen hinterlassen, von denen seine Erben - sein älterer Bruder und sein Neffe - später 7 weitere Farbholzschnitte produzieren liessen. Mit dem Schnitzen der Blöcke und dem Drucken wurden Maeda Kentaro und Hirai Koichi beauftragt.

Goyo Hashiguchi Grafiken sind von extrem hoher Qualität. Sie wurden schon zum Zeitpunkt ihres Erscheinens sehr teuer und trotzdem sehr gut verkauft. Die Tragödie von Hashiguchi war die kurze Zeitspanne von nur zwei Jahren, die er hatte um diese überragenen Meisterwerke zu schaffen - wenn man von dem mit Watanabe verlegten Farbholzschnitt absieht.

Literaturquellen für diese Goyo Hashiguchi Biographie

  • Helen Merritt and Nanako Yamada, "Guide to Modern Japanese Woodblock Prints: 1900-1975", published by University of Hawaii Press, Honolulu, ISBN 0-8248-1732-X
  • Helen Merritt, "Modern Japanese Woodblock Prints - The early years", published by University of Hawaii Press, Honolulu, 1990, ISBN 0-8248-1200-X

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