Kaburagi Kiyokata - 1878-1973

Kaburagi Kiyokata war ein grosser Künstler von Nihonga - Malerei im traditionellen japanischen Stil. Als Kunstlehrer und Förderer der Shin Hanga Kunstrichtung war er aber viel einflussreicher. Kaburagi hatte Shin Hanga Grössen wie Hasui Kawase, Ito Shinsui und Shiro Kasamatsu ausgebildet.

Student von Toshikata Mizuno

Kaburagi Kiyokata war im Kanda Distrikt von Tokyo geboren und wurde im Alter von 13 Jahren Schüler des Meiji Künstlers Toshikata Mizuno. Seinen ersten Job bekam er als Illustrator für Yamato Shinbun, einer Tokyo Zeitung, die von seinem Vater gegründet worden war.

Kuchi-e

Kiyokata bestritt seinen Lebensunterhalt als Illustrator - vor allem für Titelseiten populärer Romane. Diese Buchtitelseiten werden im japanischen und bei Sammlern kuchi-e genannt. Die Anfertigung von Kuchi-e war natürlich kommerziellen Aspekten unterworfen und zudem ein harter Job, der später von dem Sohn des Künstlers in einem Artikel beschrieben wurde. Kaburagi war sein ganzes Leben zwischen seiner erfolgreichen Tätigkeit als Illustrator und seiner wahren Leidenschaft, der Malerei, hin- und hergerissen.

Der Maler des Schönen

Kaburagi Kiyokata spezialisierte sich auf bijin-ga - Bilder schöner Frauen. Er gewann mehrere Preise in Ausstellungen und half bei der Gründung verschiedener Künstlervereinigungen, die später wieder verschwanden.

Kiyokatas Kunststil war die Perfektion von Nihonga. Alles, was der Künstler malte oder entwarf, war schön. Hässlichkeit existierte in der Welt des Kaburagi Kiyokata nicht. Er war als Sohn einer wohlhabenden und gebildeten Familie geboren wirden. Aber als er noch ein Kind war, machte sein Vater wirtschaftlich bankrott und die Familie musste das eigene Haus verkaufen. Vielleicht erklärt diese frühe und bittere Erfahrung psychologisch das Streben des Künstlers nach reiner Schönheit.

Kaburagi Kiyokata und Kawase Hasui

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Würde der Künstler heute in den USA leben, wäre er vermutlich wegen Altersdiskriminierung verklagt worden. Als Kawase Hasui sein Schüler werden wollte, lehnte ihn Kaburagi wegen seines Alters ab - er war 26 ! Aber Kawase Hasui war ein sturer Kerl. Zwei Jahre später und nicht gerade jünger geworden, versuchte er es noch mal. Und diesmal nahm ihn der grosse Meister gnädig auf - warum nicht gleich ?

Kiyokata stellte schnell die ausserordentliche Begabung von Kawase fest und machte an ihm einiges wieder gut, indem er ihn förderte und mit dem Verleger Watanabe Shozaburo zusammen brachte.

Kaburagi Kiyokata und Watanabe

Als Watanabe Shozaburo sein Grafik Exportgeschäft begonnen hatte, brauchte er mehrere talentierte Künstler, die bereit waren für ihn ansprechende Entwürfe zu machen. Kaburagis Kunstschule war sowas wie ein Rekrutierungszentrum für Watanabe. Kaburagi organisierte Ausstellungen mit Werken seiner Studenten und stellte die besten Watanabe vor.

Aufgrund dieser einmaligen Stellung hatte Kaburagi Kiyokata neben Watanabe vermutlich den grössten Einfluss auf die Entwicklung und Förderung von Shin Hanga. Nicht nur Kawase Hasui, sondern auch Ito Shinsui, Shiro Kasamatsu, Yamakawa Shuho und Terashima Shimei wurden von Kaburagi ausgebildet und dann an Watanabe vermittelt.

Der grosse Meister erhält kaiserliche Ehren

Als Kaburagi Ende 40 war, war er ein allgemein respektierter und anerkannter Künstler. Im Jahr 1929 wurde er Mitglied der Kaiserlichen Kunstakademie und im Jahr 1938 wurde er in das Kunstkomitee des Kaiserlichen Haushalts berufen. Und im Jahr 1954 erhielt Kaburagi Kiyokata den Orden für Kulturelle Verdienste. Das Attribut kaiserlich war inzwischen etwas aus der Mode gekommen.

Kaburagi Kiyokata starb im Jahr 1973 im Alter von 96 Jahren. Im Jahr 1998 wurde das Kiyokata Memorial Museum an der Stelle seines Wohnhauses eröffnet. Zu sehen gibt es Gemälde, Hängerollen, Wandschirme und Grafiken. Im Jahr 1999 veranstaltete das Tokyo Museum der Modernen Kunst eine Retrospektive der Werke des Künstlers. Seine Gemälde und Grafiken befinden sich in allen wichtigen Museen der Welt.

Literaturquellen für diese Kaburagi Kiyokata Biographie

  • Helen Merritt and Nanako Yamada, "Guide to Modern Japanese Woodblock Prints: 1900-1975", published by University of Hawaii Press, Honolulu, ISBN 0-8248-1732-X
  • The female image - 20th century prints of Japanese beauties, ABE PUBLISHING LTD., Tokyo & Hotei Publishing Leiden, ISBN 90-74822-20-7

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