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Japanische Lithographien der Meiji Epoche![]() 1888 Lithographien waren während der Meiji Zeit recht beliebt. Unter Sammlern japanischer Grafiken sind sie trotzdem kaum bekannt. Vielleicht liegt es am Fehlen von englisch-sprachiger Literatur zu diesem interessanten Aspekt der japanischen Kunstgeschichte. Erste Lithographien mit der Perry ExpeditionAls der US Flotten-Kommandant Matthew Calbraith Perry im Jahr 1853 in der Bucht von Edo (Tokyo) ankerte, hatte er auch einen Photographen sowie einen Künstler, den in Deutschland geborenen William Heine, mit an Bord. Nach der Rückkehr in die USA wurden nach den Photographien Lithographien mit Szenen aus Japan hergestellt. Die erste Druckmaschine in JapanAls Ergebnis der Perry Expedition hatte Japan seine Grenzen für den Handel geöffnet - mit den USA im Abkommen von Kanagawa (1854) und später mit England, Frankreich, Russland und den Niederlanden in einer Reihe ähnlicher Verträge. Im Jahr 1860 wurde die erste Druckmaschine von dem preussischen Diplomaten Friedrich Albrecht Eulenburg, 1815-1881, nach Japan gebracht. Für die ausländischen Diplomaten und Kaufleute, die sich als Folge der politischen und wirtschaftlichen Verbindungen in Japan aufhielten, wurde eine eigene Zeitung in Lithographie-Technik herausgebracht - die Bankoku Shimbuin. Lithographie![]() 1887 Vor der erzwungenen Öffnung Japans gab es für die Vervielfältigung von Text und Bildern nur die Technik des Holzschnitts. Die Lithographie war im Jahre 1798 von dem Bayern Alois Senefelder erfunden worden. Er benutzte einen flachen Kalkstein auf dem der Entwurf mit einer wasserabstossenden, fettigen Substanz wie zum Beispiel Kreide aufgezeichnet wurde. Nachdem der Entwurf fertig war, wurde die Platte mit Farbtinte überzogen. Nur die fetthaltigen Teile absorbierten die Tinte. Jetzt konnte die Platte in eine Druckerpresse eingespannt werden und man konnte von einer Platte fast beliebig viele Abzüge ohne grosse Abnutzungserscheinungen machen. Später wurde der Kalkstein durch Zinkplatten ersetzt und der Verarbeitungsvorgang wurde verfeinert. Zur Herstellung einer Farblithographie waren mehrere Platten erforderlich - eine für jede Farbe - oder der schwarz-weiss Druck wurde von Hand koloriert. Die Japaner nannten Lithographie sekihan - was soviel wie Stein Drucken bedeutet. Rasche Verbreitung in JapanAb dem Jahr 1873 setzte sich der Gebrauch der Lithographie in Meiji Japan durch. Die japanische Regierung errichtete eine eigene Druckanstalt und Lithographie wurde bei der japanischen Armee benutzt. Nach 1882/83 benutzten immer mehr private Verleger die Lithographie. Im Jahr 1885 organisierten sie sich in der Tokyo Lithographie Vereinigung - Tokyo Sekihan Insatsugyo Kumiai mit 96 Mitgliedern. Im Jahr 1888 gab es allein in Tokyo mehr als 100 Verleger, die Lithographie benutzten. Lithographie hatte den Vorteil, dass es im Vergleich zum Holzschnitt für Massenproduktionen viel einfacher zu handhaben war. Bijin, Kinder, Landschaften und die kaiserliche Familie![]() 1887 Frühe Lithographien wurden in schwarz-weiss gedruckt und manchmal von Hand koloriert. Nach circa 1887 setzten sich auch Farblithographien durch. Die Japaner benutzten bevorzugt Pastellfarben, die diesen Grafiken in Verbindung mit japanischen Motiven einen ganz eigenartigen Look gaben. Die typischen Motive für dekorative Grafiken waren diejenigen, die man bereits von den Farbholzschnitten gut kannte - Bijin (schöne Frauen), Landschaften, Kinder und der Kaiser Meiji und seine Familie. Verfeinerung und AblösungIn Meiji 33 - 1900 nach westlichem Kalender - wurde ein neues Postsystem in Japan eingeführt. Postkarten und Ansichtskarten wurden jetzt sehr beliebt - ein weiteres Feld für den Gebrauch der Lithographie. Ab ungefähr Meiji 40 - 1907 - wurden aufwendige Lithographien mit 10 bis 20 unterschiedlichen Farben und in grossen Formaten hergestellt. Sie wurden beispielsweise als Poster in Kaufhäusern angeboten. Kaufhäuser sind in Japan ein Ort an dem bis in die heutige Zeit seriöse Kunst angeboten und verkauft wird. Mit dem russisch-japanischen Krieg (1904/1905) begann die Verdrängung der Lithographie durch die Photographie und photomechanische Druckverfahren wie dem Offset-Druck. Ironischerweise geschah das just dann als die Lithographie technisch mit dem Mehrfarbendruck eine neue Spitze erreicht hatte. Japanische Meiji Lithographien Sammeln![]() 1889 Die Japaner bewahrten Farbholzschnitte oft in Sammelordnern oder in Schubladen auf. Lithographien wurden nicht als der Aufbewahrung wert erachtet. Aus diesem Grund haben trotz massenhafter Produktion nur wenige die Zeiten überlebt. Japanische Lithographien aus der Meiji Zeit haben etwas Faszinierendes an sich. Sie stellen eine seltsame Mischung aus dem europäischen Stil des späten 19. Jahrhunderts und der japanischen Kultur dar. Ausserhalb Japans sieht man sie sehr selten. Die Situation erinnert an andere japanische Sammelobjekte wie Netsuke oder Tsuba in den fünfziger Jahren, als diese Objekte nur von einer kleinen Minderheit gesammelt wurden. Vielleicht werden Meiji Lithographien als neues "heisses" Sammelgebiet auftauchen sobald das erste Buch über das Thema auf englisch vorliegt. Literaturquellen für diesen Artikel
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