Moderne japanische Farbholzschnitte I

Frau im Schnee
Frau im Schnee
von Tsunetomi Kitano

Dieser Artikel stellt eine Reihe von weniger bekannten Künstlern der Shin Hanga Periode aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor. Shin Hanga heisst wörtlich Neue Grafiken und war eine Bewegung zur Erneuerung des japanischen Farbholzschnitts von ungefähr 1915 bis 1962. Und während Farbholzschnitte von Künstlern wie Hasui Kawase, Natori Shunsen oder Shinsui Ito ziemlich teuer sind, kann man exzellente Grafiken von Shoen Uemura oder Seien Shima für 200 Euro oder sogar darunter bekommen.

Tsunetomi Kitano 1880-1947

Tsunetomi Kitano begann als Lehrling bei einem Holzblockschnitzer. Die dabei gewonnenen Fähigkeiten waren eine hervorragende Basis für sein späteres Schaffen. Sein Lehrer war Inano Toshitsune, der ein Schüler des berühmten Künstlers Yoshitoshi war. Tsunetomi Kitano wurde der wichtigste Maler und Grafiker für bijin-ga - Bilder von schönen Frauen - in Osaka in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zwei seiner Schüler wurden selbst berühmte Grafiker - Chigusa Kotani und Shima Seien.

Chigusa Kotani 1889-1945

Die Heldin Ochiyo
Die Heldin Ochiyo
von Chigusa Kotani

Die Künstlerin ist auch unter den Namen Chigusa Kitani und Chitane Kitani bekannt. Sie wurde in Osaka mit ihrem richtigen Namen Eiko geboren. Chigusa Kotani studierte mit Tsunetomi Kitano, Ikeda Shoen und Keigetsu Kikuchi. Ihre Lieblingsthemen waren Bilder von Frauen. Später entwarf sie auch Bilder aus dem japanischen Theater.

Seien Shima 1892-1970

Die Heldin Yugiri
Die Heldin Yugiri
von Seien Shima

Seien Shima wurde in Sakai unter dem Namen Narie als Tochter eines japanischen Malers geboren. Sie studierte mit Tsunetomi Kitano und Kyuho Noda und malte vorwiegend bijin-ga in einer Mischung aus traditionellem und modernen Stil. Nach dem 2. Weltkrieg zog sie nach Osaka, wo sie bis zu ihrem Lebensende blieb. Sie malte bis in ihr hohes Alter.

Shoen Uemura 1875-1949

Weiblicher Geist
Weiblicher Geist
von Shoen Uemura

Auch Shoen Uemura ist weiblichen Geschlechts. Sie wurde in Kyoto geboren, wo ihre Eltern einen kleinen Teeladen hatten. Als kleines Mädchen zeigte sie alle Erkennungsmerkmale eines Wunderkindes. Die Zeichungen, die sie als Kind anfertigte, erregten die Aufmerksamkeit ihrer näheren Umgebung. Shoen Uemura studierte an der Kyoto Prefectural School of Painting. Ihr Lehrer war Suzuki Shonen mit dem sie angeblich ein Verhältnis gehabt haben soll. Sie brachte eine Tochter zur Welt und gab den Namen des Vaters niemals preis.

In ihren Arbeiten zeigt sie ein modernes Bild der japanischen Frau. Shoen Uemura erhielt viele Preise und Auszeichnungen. Im Jahr 1948 erhielt sie den Orden für kulturelle Verdienste. Shoen Uemura geniesst bis heute in Japan hohes Ansehen als herausragende Künstlerin und als Kämpferin für die Rechte der Frau in der japanischen Gesellschaft.

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Literaturquellen

  • Helen Merritt and Nanako Yamada, "Guide to Modern Japanese Woodblock Prints: 1900-1975", published by University of Hawai'i Press, Honolulu, ISBN 0-8248-1732-X
  • The Female Image - 20th century prints of Japanese beauties, ABE PUBLISHING LTD., Tokyo & Hotei Publishing Leiden, ISBN 90-74822-20-7

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